Nano Riff einrichten

Was du beim Einrichten eines Nanoriffaquariums beachten musst.

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Besonders die Farbenpracht von Korallen, Fischen und andere Weichtieren sorgt beim Betrachter immer wieder für Begeisterung und macht einen Großteil der Faszination für Meerwasseraquarien aus. Auch beim Trend Meerwasserbecken sind kleinere Lösungen, die sogannten Nano Riffe sehr beliebt.

Moderne Technik ermöglicht es dir, einen kleinen Ausschnitt der Ozeane zuhause zu pflegen und zu genießen. Inzwischen werden auch kleine Aquariensets mit der passenden Technik für wenig Geld angeboten. Sie erlauben dir, in der Meerwasseraquaristik einzutauchen, dein eigenes Meeresbiotop zu pflegen und dabei möglichst kostengünstig vorzugehen. Typische Bewohner der kleinen Nanoriffbecken sind vor allem Wirbellose und Korallen. Wer Fische halten möchte ist mit einem größeren Becken und der entsprechenden Technik besser beraten. Obwohl es sich bei dem Besatz meist um anspruchslosere und pflegeleichte Lebewesen handelt, ist es dennoch wichtig, sich mit deren natürlichen Lebensbedingungen vertraut zu machen. Wie gelingt also das Einrichten des Nano-Meerwasseraquariums? Worauf sollten vor allem Einsteiger achten? Dieser Ratgeber erklärt dir die wichtigsten Aspekte und Voraussetzungen, um ein Nanoriffaquarium erfolgreich und artgerecht einzurichten.

Lebensraum Korallenriff – so planst du dein Nanobecken

Wie groß ist ein Nanobecken für Meerwasser überhaupt? Welche Maße sind einzukalkulieren und welche Technik ist anzuschaffen, damit es „rund“ läuft? Welche Tiere und andere Lebewesen lassen sich überhaupt in solch einem kleinen Becken halten? Im Folgenden erfährst du die Details.

Das Riffbecken

Für ein Nanoriffbecken eignen sich vor allem die sogenannten Nanobecken oder „Cubes“. Solche Mini-Aquarien sind inzwischen nicht länger nur als Würfel erhältlich. Einige Exemplare sind ebenso in breiterer, rechteckiger Form zu bekommen. Grundsätzlich gilt, dass dein Nano-Riff Becken ein Fassungsvermögen von 20 bis 60 Liter aufweisen sollte, um als solches eingestuft zu werden.

Unser Tipp: Je größer das Aquarium ist, desto spannender und stabiler ist das darin existierende Mini-Ökosystem! Du kannst zwar auch ein kleineres Aquarium verwenden, aber schon aufgrund des Platzmangels durch Lebendsteine, der Strömungspumpe und evtl. eines Abschäumers raten wir dir dazu ab. Die Haltung von anderen Lebenwesen ausser einigen Wirbellosen Arten und kleinbleibenden Korallen wäre so auch nicht möglich.

Die Technik – was ist nötig?

Bei der Technik zählen vor allem die richtige Beleuchtung, die Heizung, Filterung und Strömung als Basis. Heutzutage kommen immer häufiger kostengünstige LEDs als Leuchtmittel zum Einsatz. Speziell für Riffaquarien spielt die Leuchtfarbe eine wesentliche Rolle. Frage dich schon vorher, welche Arten in das Becken einziehen sollen. Prinzipiell gilt: die Leuchtmittel setzen sich aus weißer und blauer Lichtfarbe zusammen. Die ebenfalls gern eingesetzten HQI-Brenner eignen sich aufgrund der Wärme, die sie ausstrahlen, übrigens nicht für Nanoriffe, sondern eher für größere Meerwasseraquarien.

Ein Nanoriffaquarium ist normalerweise ein Becken mit Lebewesen aus tropischen Gewässern. Deshalb ist die richtige Temperatur in deinem Becken wichtig. Ein Heizstab ist unerlässlich, um Temperaturen um die 25° Celsius zu erreichen. Für Korallen sind Temperaturen von mehr als 29° Celsius schädlich. Im Sommer ist deshalb besonders auf die Wassertemperatur zu achten, da sich das Becken durch die warmen Außentemperaturen zusätzlich erwärmt. Ein zusätzlicher Lüfter kann dabei helfen, das Wasser abzukühlen. Teilwasserwechsel sind dennoch erforderlich.

Eine Strömungspumpe ist im Nanoriffaquarium ein wichtiger Faktor, der jedoch stark von dem Besatz abhängt. Grundsätzlich verteilt die Pumpe Sauerstoff im Aquarium, befördert Nahrung zu den Korallen und führt Schmutz und tote Partikel zum Filter.

Beachte: Im Meerwasserbecken ist ein „biologischer Filter“ wie er im Süßwasserbecken üblich ist, unnötig. Stattdessen dient ein Filter im Nanoriffaquarium lediglich der Filterung von groben Schmutzpartikeln. Die biologische Filterung übernimmt das sogenannte „Lebendgestein“.

Zusätzlich sorgt ein Eiweiß-Abschäumer für sauberes und sauerstoffreiches Wasser in deinem Becken. Der Abschäumer ähnelt einem Filter und ist vor allem bei einem Besatz mit Fischen unerlässlich: Die Abfallprodukte und schädlichen Stoffe lassen sich mit diesem Gerät zuverlässig aus dem Wasser entfernen. Dabei sind im Handel Abschäumer für das sogenannte externe „Technik-Becken“ sowie „Hang-On“-Varianten zum Einhängen in das Aquarium erhältlich. Insbesondere kleinere Meerwasseraquarien benötigen entweder gar keinen Abschäumer oder können mit der Hang-On Variante betrieben werden.

Unser Tipp: Wir empfehlen bei jedem  Nano-Riff die Verwendung eines Abschäumers, da auch ohne Fischbesatz Abfallstoffe anfallen und das Ökosystem so stabiler läuft.

Das Nano-Riff-Aquarium dekorieren

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Sobald die Technik vorhanden und installiert ist, geht es an das eigentliche Einrichten des Aquariums. Dazu zählen vor allem die Auswahl des Besatzes, Bodengrundes und der Dekoration. Ebenso gehört das Aufbereiten des Meerwassers zur Einrichtung deines Nanoriffbeckens. Wenn du alle Hinweise beachtest und sorgsam vorgehst, erhältst du ein stabiles biologisches Gleichgewicht in Nano Riff.

Der Besatz – welche Tiere und Korallen sollen einziehen?

Bevor du dich mit Korallen, Kies und Steinen eindeckst, ist es ratsam, sich Gedanken über den geplanten Besatz zu machen. Ein Nanoriff bietet nur wenig Raum, sodass Fische selten einen Platz finden. Aufgrund der Beckengröße sollten ab ca. 60L Beckenvolumen höchstens kleinere Fischarten eingesetzt werden. Bei einem Nanoriff Aquarium stehen aber vor allem Korallen, Schnecken, Garnelen und andere Wirbellose im Mittelpunkt und sollten von dir bevorzugt werden.

Bei den Korallen unterscheidet man zwischen LPS (Großpolypige Steinkorallen) und SPS (Kleinpolypige Steinkorallen). Grundsätzlich kann man sagen, das LPS-Korallen pflegeleichter und eher für Einsteiger geeignet sind, da Sie nicht so stark beleuchtet werden müssen und auch mit einer geringeren Strömung gut zurecht kommen. Daneben bieten sich verschiedene Arten von Seeannemonen für den Erstbesatz an. Bei der Wahl der Tiere wie z.B. Grundeln oder die farbenprächtige Hohlkreuz-Garnele ist die Beckeneinrichtung besonders wichtig.

Der Bodengrund – was gehört in ein Meerwasseraquarium?

Die Wahl des Bodengrundes hängt vor allem vom Besatz ab. Meistens kommt als Bodengrund weißer Korallenbruch in verschiedenen Größen zum Einsatz. Allerdings sind im Handel unterschiedliche Sorten in verschiedenen Farben und auch sehr feiner Sand erhältlich. Insbesondere jene Tiere und Korallen, die sich im Sand eingraben, benötigen einen höheren Bodengrund. Anders als bei einem Süßwasseraquarium sollte die Bodengrundhöhe beim Einrichten des Nano Riffs nur wenige Zentimeter (ca. 2-3) betragen, um Fäulnisbildung zu vermeiden. Auch die Verwendung von Live-Sand wird immer beliebter. Dieser wird direkt dem Meer entnommen und kann mit seinen aktiven Bakterien die Einfahrzeit verkürzen oder gegebenenfalls komplett entfallen lassen.

„Lebende Steine“ – wie lebendig sind sie?

Speziell für Riffaquarien ist bei der Dekoration auf genügend Platz zu achten, damit sich Korallen, Anemonen und Schwämme wohlfühlen. Steine sind zudem so zu platzieren, dass sie stabil stehen und weder wackeln noch von anderen Steinen herunterfallen können. Das „Lebendgestein“ ist ein wichtiger Bestandteil eines jeden Meerwasserbeckens. Prinzipiell bieten sich zwei Vorgehensweisen an, um ein Meerwasserbecken erfolgreich einzurichten: Kalksteine und Wasser aus einem bestehenden (gesunden) Seewasseraquarium sind möglich, um die nötigen Bakterien und Organismen einzubringen. Zum anderen lässt sich das nötige Milieu mithilfe von Lebendgestein, d. h. Kalksteine (aus dem Meer oder einer speziellen und umweltfreundlichen Zucht) herstellen.

Lebendgestein enthält sämtliche notwendigen Bakterien und viele Organismen. Diese sind nötig, da die Steine einen Großteil der Filterung übernehmen. Sie sind unterschiedlich groß und in verschiedenen Formen verfügbar. Wer solch einen Stein einsetzt, entdeckt im Lauf der Zeit immer wieder neue Tiere und Organismen auf und im Gestein (Algen, Schwämme, Krustenanemonen oder Korallen).

Wichtig: Da sich in und auf den Lebendsteinen tatsächlich Leben befindet, sollte die Technik bereits eingerichtet sein, denn die Steine sollten schnellstmöglich Ihren Platz im Aqarium finden ohne auszutrocknen. Neu auf dem Markt sind sogenannte Real Life Rocks, die auch trocken transportiert werden können und erst mit der Berührung von Wasser biologisch aktiv werden.

Das Wasser richtig aufbereiten – was ist „Meerwasser“?

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Richtiges Meerwasser für dein Nano Riff kannst du bequem selbst herstellen. Im Handel sind dafür verschiedene Salzgemische erhältlich. Sie unterscheiden sich in erster Linie in der Zusammensetzung der Inhaltsstoffe. Es gibt „normales Meersalz“ oder bestimmte, mit Ionen wie Kalzium angereicherte, Varianten. Vor allem bei Aquarien mit vielen Organismen, die Kalk benötigen (z. B. Steinkorallen), ist es empfehlenswert angereicherte Salzgemische zu verwenden. Wir empfehlen auf die Bezeichnung "Riff oder Reef Salz" zu achten.

Zusätzlich zum anmischen des Salzwassers wird außerdem ein Dichtemesser (Aräometer) benötigt. Diverser Wassertests brauchst du, um beispielsweise Phosphat-, Calcium- und Magnesium-Werte regelmäßig kontrollieren zu können.

Tipp zum Schluss: Direkt nach dem Start solltest du bereits damit beginnen, dein Nano Riff mit Nährstoffen zu versorgen. Ein Meerwasseraquarium benötigt die Zugabe von Spurenelemente und Mineralstoffe um Korallen und die Mikrofaune zu versorgen. Dazu werden mal mehr, mal weniger aufwendige Systeme verschiedener Hersteller angeboten. Bei unseren Nano Riff Aquarien arbeiten wir erfolgreich mit dem unkomplizierten und sehr beliebten Sangokai Nano Basis System, welches speziell für kleine Meerwasseraquarien angeboten wird. So läuft dein frisch aufgesetztes Ökosystem von Anfang an stabil, du kannst sofort mit dem Korallenbesatz beginnen und die Bildung von störenden Algen wird weitesgehend vermieden.