Nano Aquarium einrichten

In 8 Schritten zum perfekten Nano Aquarium

nano aquarium einrichten ratgeber

Bei einem Nano Aquarium handelt es sich um ein Aquarium mit minimalem Platzangebot. Der Zwerg unter den Aquarien misst in der Regel nur 10 bis maximal 60 Liter. Aber auch mit dieser Miniaturlösung lassen sich faszinierende Unterwasserwelten dekorativ gestalten. Durch die geringe Größe ist das Risiko einer falschen Tierhaltung jedoch erhöht und auch die Pflege erfordert viel Fingerspitzengefühl.

Der Großteil der Aquarianer entscheidet sich bei Nanobecken für die Süßwasservariante, weil die Pflege weniger aufwändig ist. Dennoch kannst du alternativ mit Meerwasser ein Nano Aquarium einrichten. Diese Modelle werden auch Nanoriffe genannt und sind meist von farbenfrohen Korallen und Wirbellosen geprägt. In diesem Einrichtungsratgeber dreht sich aber alles um die Süßwasservariante. Hier geht es zu unseren Nano Riff Einrichtungstipps.

Wir versuchen dir alle grundlegenden Infos so ausführlich wie nötig zu erklären, damit die artgerechte Haltung der Wasserbewohner gewährleistest ist und du lange Freude an deinem Nanobecken haben wirst.

1. Die Planungsphase – gut vorbereitet ist halb eingerichtet

Als erstes solltest du dir im klaren sein, welche Tiere du in deinem Aquarium halten möchtest, denn die Auswahl ist begrenzt. Zwergarnelen, Wasserchnecken, Zwergflusskrebse und einige wenige kleinwüchsige Fischarten eigenen sich für ein Nano-Aquarium. Danach wählst du die Form und Größe des Beckens aus. Populär ist die Würfelform, die sogenannten „Nano-Cubes“. Die kompakten Würfel lassen sich hervorragend in das Interieur integrieren und passen aufgrund ihrer schlichten Form zu jedem Einrichtungsstil, aber auch rechteckige Aquarien gelten als Nano-Aquarium, sofern sie nicht zu groß sind. Um dir die Entscheidung zu erleichtern, haben wir einige gängige Maße (HxBxT) aufgeführt:

  • 10 Liter: 25x20x20 Zentimeter (Würfelform)
  • 25 Liter: 40x25x25 Zentimeter (Reckteckig)
  • 30 Liter: 35x30x30 Zentimeter (Würfelform)
  • 53 Liter: 50x30x30 Zentimeter (Rechteckig)

Steht die Größe des Beckens fest, kannst du einen geeigneten Standort suchen. Dieser sollte vor direkter Sonneneinstrahlung und Wärmequellen wie Heizungen geschützt sein. Solltest du in deinem Miniaquarium Tiere halten wollen, ist ein möglichst ruhiger Platz wichtig. Beispielsweise wäre der Flur mit ständigem Durchgangsverkehr ungeeignet.

Unser Tipp: Für die Gestaltung des Nano-Aquariums mit Bodengrund, Steinen, Pflanzen und anderer Deko solltest du dir unbedingt vorher eine Skizze anfertigen und aufschreiben wieviel du wovon benötigst. Welche Steinart möchte ich einsetzen? Wo kommen die Pflanzen hin? Wie viel kg Bodengrund benötige ich? Wer einfach loszieht und spontan einkauft, ärgert sich oft danach, weil es dann doch nicht so aussieht, wie man es sich vorgestellt hat. Das frustriert!

2. Bodengrund einfüllen und gestalten

Spüle das Aquarium vor dem Einrichten mit klarem Leitungswasser aus (Auch den Bodengrund muss oftmals ausgespült werden, beachte hierbei den Hinweis auf der Verpackung!). Bei einem Aquarium mit Pflanzen & Garnelenbesatz ist der Einsatz eines Nährstoffbodens, der unterhalb der Kiesschicht eingebracht wird, nicht empfehlenswert, auch wenn dir das der Hersteller und andere Verkäufer weismachen möchten. Die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen und Spurenelementen kann z.B. aktiver Soil übernehmen, welcher zudem absolut Garnelenfreundlich ist. Pflegeleichte Pflanzen wachsen auch in Kies und der Zugabe von Dünger.

Der Bodengrund ist das erste Element, das du in dein Nanobecken gibst. Die Einfüllhöhe kann bei einem Becken mit wurzelnden Pflanzen zwei, drei oder auch etwas mehr Zentimeter betragen. Wenn dir Moose und Schwimmpflanzen reichen, raten wir dir dazu, die Höhe das Bodengrundes so niedrig wie möglich halten. Es besteht immer die Gefahr, dass Essensreste, Mulm und andere Verunreinigungen in den Bodengrund sinken und dieser irgendwann anfängt zu „gammeln“. Garnelenkies ist hingegen sehr fein und beugt dem Absetzen von Futterresten vor.

Unser Tipp: Durch Bodengrund mit farblichem Kontrast zu Pflanzen und Tieren avanciert das Nano Aquarium zum Blickfang. Ein dunkler Bodengrund hebt das Pflanzengrün und auch die Färbung von Garnelen besonders stark hervor. Wird der Bodengrund nach hinten hin erhöht aufgetragen, entsteht eine interessante Tiefenwirkung. Wasche Kies vor dem Einfüllen immer gründlich aus!

3. Becken dekorieren

Verschiedene Steine oder Aquarien-Wurzelhölzer eignen sich hervorragend zum einrichten von Nano-Aquarien. Du kannst diese flexibel platzieren, achte aber darauf, dass Steine und Hölzer fürs Aquarium geeignet sind. Einige Steinarten härten das Wasser auf, was bei einem kleinen Aquarium nicht wünschenswert ist. Selbst gesammelte Hölzer können ungewünschte Stoffe abgeben sich mit der Zeit zersetzten, was das Wasser somit unnötig belastet.

Unser Tipp: Verwende nicht zu viele Deko-Objekte, denn weniger ist oftmals mehr! Ansonsten begrenzt du die Fläche für Pflanzen und Tieren unnötig und dein Aquarium sieht einfach nur noch „voll gestellt“ aus. Abhängig von den Wassertieren sind kleine Verstecke wichtig, um natürliche Lebensräume nachzuahmen und Unterschlupfmöglichkeiten bereitzustellen. Garnelenröhren sind hier eine beliebte Lösung. Gerade Wirbellose haben einen großen Bedarf. Sie benötigen immer Rückzugsmöglichkeiten und verstecken sich während der Häutung gerne, da sie in diesem Zeitraum aufgrund der dünneren Hautschicht gegenüber Angriffen nur bedingt geschützt sind.

4. Wasser aufbereiten

Da wir gleich das Aquarium mit Wasser befüllen, sollten wir uns vorher um die Wasserqualität Gedanken machen. Meistens wird ein Aquarium mit reinem Leitungswasser betrieben. Da dies funktionieren kann, möchten wir auch nicht abstreiten, doch Leitungswasser ist nicht gleich Leitungswasser, denn es bestehen regional und auch saisonal große Unterschiede in der Wasserqualität. Außerdem enthält es viele unterschiedliche Substanzen, die einfach nicht in ein Aquarium gehören. Wir empfehlen daher Leitungswasser für Nanoaquarien und bei Garnelenbesatz vorher immer mit speziellen Präperaten aufzubereiten, die sich richtig dosiert positiv auf die Wasserqualität auswirken können. Beispielsweise neutralisieren Wasseraufbereiter ungünstige Substanzen wie Chlor und Metalle. Wer empfindliche Garnelenarten halten möchte, muss in den meisten Fällen sogar zu reinem Osmosewasser greifen und dieses mit einem speziellen Mineralsalz aufsalzen.

Anschließend (oder auch erst nach dem komplettem Befüllen des Beckens) können Biostarter ins Wasser gegeben werden, um die Vermehrung erwünschter Filterbakterien zu fördern. Diese sind für den Abbau von Stoffwechselprodukten verantwortlich und sollten in jedem Aquarium in ausreichender Menge vorhanden sein. Mehr zum Ökosystem in deinem Aquarium erfährst du in diesem Artikel.

5. Pflanzen einsetzen

Nachdem du du den Bodengrund eingefüllt hast und das „Hardscape“ am rechten Platz steht kann es mit dem Einpflanzen losgehen. Pflanzen erzeugen Sauerstoff, neutralisieren Schadstoffe und bieten Wassertieren Rückzugsmöglichkeiten. Sie sind für das ökologische Gleichgewicht im Aquarium fast unverzichtbar. Hochwachsende Sorten pflanzt man in den Hintergrund, damit sie die Sicht nicht versperren, kurzwachsende Vertreter sind im vorderen Bereich bestens aufgehoben. Ein abwechslungsreicher Mix ist für Tiere und Betrachter wünschenswert.

Vor dem Bepflanzen solltest du das Nanobecken zu ca. einem Dritteln mit aufbereitetem Leitungs- oder aufgesalzenem Osmosewasser in Zimmertemperatur auffüllen, so lassen sich Wasserpflanzen besser im Bodengrund anbringen und du siehst sofort, wenn eine Pflanze nicht richtig festsitzt. Lasse das Wasser vorsichtig ins Becken und achte darauf, dass der sorgfältig platzierte Untergrund nicht aufgewirbelt wird. Mit einem Teller oder Haushaltspapier gelingt das kinderleicht.

Möchtest du dein Nano-Aquarium mit Tieren besiedeln, sind feinfiedrige Wasserpflanzen ideal, weil sie die nötigen Unterschlupfgelegenheiten mitbringen. Auch Moose sind gerade bei Haltern von Wirbellosen beliebt. Stängelpflanzen mit schnellem Wachstum beugen zudem Algenwuchs vor.

Unser Tipp: Um die Pflanzen trotz des Platzmangels im Nanobecken gezielt platzieren und bearbeiten zu können, raten wir dir zur Nutzung einer Pflanzpinzette. Damit gelangst du bequem bis nach unten und musst auch nicht ständig ins Wasser greifen, was gerade in kleinen Aquarien zu Problemen führen kann (Seifenreste oder Verunreinigungen an den Händen). Vor dem Einpflanzen sollten Wasserpflanzen für einige Tage gewässert werden um Düngerreste vom Händler zu entfernen. Bei In-Vitro Pflanzen aus der Schale ist dies nicht nötig. Braune Blätter, abgestorbene Wurzeln und alles, was lediglich der Verpackung dient, sollten sorgfältig entfernt werden. Auch Pflanztöpfe wandern nicht ins Aquarium, weil sie das Wachstum behindern. Wurzeln von Topfpflanzen werden auf rund zwei Zentimeter gestutzt und dann in den Bodengrund eingesetzt. Achte darauf, die Pflanzen feucht zu halten damit sie nicht austrocken. Eine kleine Sprühflasche mit Wasser hilft hier bereits, wenn es etwas länger mit dem Einsetzten dauern sollte.

6. Technik und Zubehör fixieren

Bevor die kleine Unterwasserwelt komplett „geflutet“ wird, integrierst du das technische Equipment. Fixiere den Innenfilter in einer hinteren Ecke und Messgeräte für Temperatur sowie eventuell einen Co2 Diffusor an einer gut erkennbaren Stelle. Der Filter sollte natürlich Nano-Aquarien geeignet sein und über einen Schutz für Babygarnelen verfügen. Eine Membranpumpe für Schwammfilter wird am besten hinter dem Becken platziert.

Auch Eine passende Beleuchtung kann nun angebracht werden. Sparsame LED Lampen mit natürlicher Farbwiedergabe sind aktuell die angesagste Lösung. Sie sparen Strom, erzeugen wenig Wärme und heizen das kleine Becken kaum auf. Für Süßwasser- und Meerwasser-Aquarien sind unterschiedliche Farbtemperaturen nötig. Eine Zeitschaltuhr automatisiert das Ein- und Ausschalten. Rund neun bis maximal zwölf Stunden sollte das künstliche Licht aktiv sein. Mit einer Lichtpause von ein bis drei Stunden am Mittag gönnst du den Pflanzen eine willkommene Ruhephase. Eine Aquarienabdeckung ist vorteilhaft, weil sie die Wasserverdunstung eindämmt und das Entwischen von Garnelen verhindert. Aquascaper bevorzugen durchsichtige Glasabdeckungen oder ein komplett offenes Aquarium, in dem ein Oberflächenabsauger (Skimmer) die Wasseroberfläche von Unreinheiten klärt. Hier muss regelmässig verdunstetes Wasser nachgefüllt werden.

Ob du eine Heizung benötigst, hängt von den Bedürfnissen der Tiere und Pflanzen ab. Befinden sich in deinem Süßwasserbecken zum Beispiel nur Garnelen, ist eine Heizung überflüssig, sofern am Standort Raumtemperatur herrscht. Kleinere Schwankungen im Sommer und Winter sind für die Tiere kein Problem. Erst bei anhaltender Hitze oder Kälte, sollte zu weiteren Maßnahmen gegriffen werden. An sehr heißen Sommertagen sorgen z.B. Aquarium Lüfter für eine Absenkung der Wassertemperatur.

7. Aquarium in Betrieb nehmen & kontrollieren

Hast du die Bepflanzung abgeschlossen und die nötigen Aufbereiter ins Wasser gegeben, kannst du das Aquarium nun komplett befüllen und die Technik in Betrieb nehmen. Funktioniert alles so wie gewünscht, dauert es jetzt ca. 2 - 4 Wochen, bis das ökologische Gleichgewicht für die Tiere halbwegs erreicht ist. Denn erst wenn sich das kleine Ökosystem eingespielt hat, dürfen Garnelen, Fische und Co. ihr neues Zuhause beziehen!

Unser Tipp: Du solltest nun täglich dein neues Becken genau unter die Lupe nehmen, vor allem den pH-Wert, die Härte, Chlor und die Nitrat- sowie Nitrit- Werte regelmässig messen. Ein Nitrit-Test zeigt dir, ob noch giftiges Nitrit im Wasser enthalten ist. Nach einem plötzlichen Anstieg (Nitrit-Peak) sollte dieser in einem nicht mehr messbaren Bereich fallen. Auch eine Bakterienblüte kann vorkommen, sollte aber mit der Zeit wieder verschwinden. Sobald das Aquarium halbwegs stabile Werte aufweist, hast du gröbste hinter dir und du kannst dich um die Tiere kümmern. Kaufe die Tiere aber erst, wenn das Wasser die überlebenswichtigen Bedingungen aufweist!

8. Tiere auswählen

Natürlich solltest du dir schon bei m ersten Punkt gut überlegen, welche Tiere du in deinem Nano-Aquarium halten möchtest. Wirbellose wie Schnecken, Zwergflusskrebse oder Zwerggarnelen kommen oft besser mit dem begrenzten Platzangebot eines Nano Aquariums zurecht als Fische. Möchtest du auf Letztere dennoch nicht verzichten, stehen dir nur einige wenige Arten zur Verfügung. Doch nur so ist die Gestaltung eines artgerechten Lebensraums möglich. Ein Nano-Aquarium mit Fischen sollte nicht weniger als 45 - 60 Liter fassen und rechteckig anstatt quadratisch sein. Alles was darunter liegt, bietet den Tieren nicht ausreichend Platz. Viele Liebhaber nutzen die kleinen Nanobecken gerne zur Aufzucht von Jungfischen, da die Wassermenge hierfür ausreicht. Sobald die Tiere groß genug sind, werden sie in größere Aquarien umgesiedelt.

Unter den Zwerggarnelen wird die Red-Fire (auch bekannt als Red Cherry) Zwerggarnele besonders oft gekauft. Sie ist sehr robust und verzeiht dem Aquarianer kleine Fehler. Bienengarnelen sehen hingegen farbenprächtiger aus, benötigen aber auch absolut sauberes Wasser (Stichwort: Umkehrosmose). Bei den Schnecken sind alle Arten von Turmdeckel- und Posthornschnecke sehr beliebt.

Unser Tipp: Achte darauf, dass die Tierarten gut miteinander auskommen. Von einigen Kombinationen ist abzuraten, wie die gemeinsame Haltung vom Zwergflusskrebs und Zwerggarnele. Die Krebse verfolgen Garnelen gerne und das liegt nicht im Sinne des Tierfreundes. Garnelen und Schnecken leben stattdessen meist problemlos miteinander. Wegen der stark begrenzten Wassermenge muss die Anzahl der Tiere gering bleiben. Für ein 30 Liter Becken empfehlen wir zum Start 10 bis 20 Garnelen. Mach dir keine Sorgen falls du mal nicht alle zu sehen bekommst, Garnelen sind wahre Künstler im Verstecken. Fühlen sich die Tiere wohl, kannst du schon bald mit Nachwuchs rechnen!

Viel Spaß und Erfolg mit deinem neu eingerichteten Nano-Aquarium!

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