Aquascaping Grundlagen

Was du für den erfolgreichen Einstieg in die Gestaltung deiner Unterwasserwelt wissen musst!

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Der Begriff "Aquascaping" kombiniert den englischsprachigen Begriff "Landscape" (Landschaft) mit der Aquaristik. Diese Kunstform widmet sich ganz der Gestaltung von Unterwasserwelten im Aquarium. Dabei kann das individuelle Design durchaus eine Herausforderung für den Aquarianer darstellen.

Zahlreiche andere Unterwasserlandschaften bieten Inspiration für das eigene Vorgehen. Ob Berge, sanfte Hügel oder tiefe Täler – Aquascaping zieht mehr und mehr auch in deutsche Aquarien ein. Nachfolgend bringt dir der Artikel die Grundlagen über die Landschaftsgestaltung im Aquarium näher. Denn für die Gestaltung einer ästhetisch anmutenden Unterwasserwelt sind neben den grundlegenden Aspekten der Aquaristik einige spezielle Faktoren zu berücksichtigen.

Aller Anfang...

Begonnen wird grundsätzlich mit dem „Hardscape“. Es handelt sich dabei um einen Aufbau aus aktivem Soil, Kies oder Sand, welcher bei Bedarf noch mit Nährboden gespickt wird. Auch Steine und Wurzeln, richtig in Szene gesetzt, prägen den Eindruck deiner Kreation und sorgen für das passende Ambiente, denn der Aufbau des „Hardscapes“ bildet beim Aquascaping die Basis und somit stehen diese Objekte auch oftmals im Mittelpunkt.

hardscape-einrichtenSobald du den Bodengrund eingefüllt und die richtige Beleuchtung für dein Becken angebracht und eingeschaltet hast, kann es praktisch schon mit dem Softscape losgehen. Im Gegensatz zum „Hardscape“ wird beim „Softcape“ auf eine harmonisch wirkende Bepflanzung Wert gelegt. Das Aquascaping ähnelt ein wenig der Landschaftsgärtnerei – nur eben unterhalb der Wasseroberfläche. Daher sind deine Vorstellungskraft und auch etwas Geduld besonders gefragt.

Das Gute am Planen und Designen von deiner individuellen Unterwasserwelt liegt in den vielen Möglichkeiten: Dir gefällt deine Gestaltung nicht? Sofern noch keine Fische oder andere Lebewesen das Aquarium bewohnen, ist das entfernen und neu einsetzen der Pflanzen, Wurzeln, Felsen und Hölzer kein Problem. Du hast es in der Hand, wie das Aquarium am Ende aussieht und ob sich die Tiere darin wohlfühlen.

Inspiration aus der Natur

Natürlich vorkommende Landschaften bieten ideale Gelegenheiten, um dich zu inspirieren. Du kannst dich an grasbewachsenen Hügeln und tiefen Schluchten orientieren, du kannst Täler erschaffen und hohe Berge gestalten. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Beispielsweise kannst du in der Natur vorkommende Seen und Flüsse in deinem Aquarium als freie Flächen für das Substrat einplanen. Moose sind ideal dafür geeignet um Hügel und Klippen zu bepflanzen.

Auswählen der passenden Landschaft für das Aquarium

Inzwischen existiert eine Fülle an verschiedenen Stilen für die Unterwassergestaltung. Dazu gehören insbesondere:

  • Iwagumi Stil
  • Holländischer Stil
  • Natürlicher Stil

Während es beim Iwagumi Stil vor allem um minimalistisches, die japanische Kultur wiederspiegelndes Design geht, setzt der Holländische Stil hauptsächlich auf farbenprächtige Pflanzenvielfalt in den Farben Rot, Orange oder Grün – weniger auf Felsen und Hölzer. Zuletzt orientiert sich der natürliche Stil vorrangig am natürlichen Lebensraum und zielt darauf ab, einen Bereich der Natur realistisch darzustellen.

Häufige Fehler beim Aquascaping

Beim Designen von Landschaften im Aquarium solltest du folgendes beachten bzw. vermeiden:

Weniger ist oft mehr. Das gilt auch beim Aquascaping. Für den Iwagumi Stil verwendest du nur sehr wenige Pflanzenarten um eine mögichst minimalistische und harmonische Unterwasserlandschaft zu erzeugen. Großblättrige Pflanzen stören dabei meistens. Achte darauf, deine Landschaft mit kleinblättrigen und zarten Pflanzen zu gestalten (wie z.B. dem Cuba Perlkraut), damit dein Becken nicht überladen wirkt.

Sei nicht frustriert, wenn deine Unterwasserwelt nicht auf Anhieb so aussieht wie die Kreationen erfahrener Aquascaper, die dich inspiriert haben. Nimm dir Zeit. Die Gestaltung dauert immer einige Stunden. Ungeduld ist der größte Feind des Aquascapers.

Anfangs kannst du Stile, die dir gefallen nachbauen. Profis hingegen kopieren nicht, sondern erfinden. Probiere verschiedene Pflanzen aus und sei experimentierfreudig. Entdecke die Vielfalt der Unterwasserflora!

Die Sache mit der Symmetrie der Landschaft

Pflanzen orientieren sich selten in der Natur an symmetrische Standards. Das solltest du beim Gestalten stets im Hinterkopf behalten. Eine Unterwasserwelt, die symmetrisch aufgebaut ist, wirkt schnell strukturiert und konstruiert – unecht also. Verzichte daher auf Muster und Symmetrie. Beim Gestalten bietet es sich an, sich am sogenannten Goldenen Schnitt zu orientieren. Ein Blick in die Fotografie und Malerei lohnt sich in der Hinsicht oft, um die Ästhetik bei aller Natürlichkeit nicht aus den Augen zu verlieren.

Der Blickpunkt in deinem Becken liegt idealerweise ein Stückchen über der Mitte des Beckens. Dieser Punkt ist am Ende der Fleck, der am meisten beeindruckt. Dort befinden sich üblicherweise eine auffällige Pflanze, der größte Fels oder eine Schlucht zwischen zwei Hügeln.

Beachte die Form!

Kontinuität und starre Linienverläufe findest du nur selten in der Natur. Daher ist es ratsam, auch im Aquarium darauf zu verzichten. Weiche Kurven und Verläufe eignen sich ebenso wie sanfte Gefälle viel besser für deine Unterwasserlandschaft.

Die Ebenen: Vordergrund, Mittelgrund & Hintergrund

Grundsätzlich ist es sinnvoll, die größten und höchsten Pflanzen in den Hintergrund zu setzen, damit die Sicht auf andere Pflanzen erhalten bleibt und das Becken nicht zu voll wirkt. Dagegen sollte die Mitte des Aquariums mit mittelhohen Pflanzen, Treibholz oder Wurzeln und Steinen gestaltet sein, während sich vorne die filigranen und niedrigwachsenden Pflanzen befinden.

Gestalten einer bergigen Landschaft

Für Berge empfiehlt es sich, die Felsen weder in das Zentrum des Aquariums noch in die Ecke zu setzen. In beiden Fällen wirkt das Becken wahlweise überfrachtet oder die Strömung verläuft nicht ideal, um die Fische und Pflanzen mit Nährstoffen zu versorgen. Während du auf unterschiedliche Wasserpflanzen setzt, ist bei Felsen und Treibholz Zurückhaltung angesagt. In der Regel solltest du nur eine Stein- oder Holzart verwenden, Ansonsten wirkt das Aquascape unnatürlich und konstruiert.

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Die Größen und Farben der Pflanzen

Die Wahl deiner Wasserpflanzen und Moose ist wesentlich, soll dein Aquarium ein positiver Blickfang sein. Dabei ist es wichtig, dass du die Bedürfnisse der einzelnen Pflanzen berücksichtigst. Dazu gehören die Färbung ebenso wie die Größe, Form und die Ansprüche an das Licht. Farben wie Rot und Orange sind besser geeignet, um sparsam eingesetzt zu werden. Als zentraler Blickfang sind solche Pflanzen jedoch ideal. Prinzipiell gilt: Je mehr farbenfrohe Pflanzen du einsetzt, umso größer ist das Risiko, die Aufmerksamkeit des Betrachters von der restlichen Bepflanzung und den Tieren abzulenken.

Unser Tipp: Verschiedene kleinblättrige Pflanzen in helleren sowie dunkleren Grüntönen lockern die Struktur des Beckens etwas auf. Sie erhöhen die natürliche Wirkung. Allerdings solltest du darauf achten, die Pflanzen einer Art nicht vollständig zusammenzusetzen. Dein Aquarium soll natürlich wirken. Kleine Blätter helfen, das Becken größer erscheinen zu lassen, wohingegen große Blätter das Becken optisch schnell füllen und es so kleiner aussehen lassen.

Nutze In-Vitro Wasserpflanzen! Diese im Labor kultivierten Jungpflanzen sind frei von jeglichen Schadstoffen und Schädlingen wie Schnecken, Algen & Düngerückständen. In-Vitro Pflanzen eignen sich wunderbar für die Drystart Methode und generell für die Erstbepflanzung in deinem Aquascape.

Pflanzen im Aquarium richtig einsetzen

Generell planst du deine Landschaft besser im Vorfeld. Dabei helfen die Fragen, welche Pflanzenart hinein sollen, wie groß sie werden und an welcher Stelle im Aquarium du sie einsetzen willst. Arbeite dich vom Hintergrund nach vorne vor. Schließlich störte es die großen Pflanzen wohl kaum, wenn du kleine Sorten einsetzt. Außerdem lassen sich die großen Sorten leichter einsetzen als die filigraneren.

Das Befestigen der Pflanzen an Felsen und Treibholz lässt sich außerhalb des Beckens leichter erledigen. Moose und andere wurzellose Pflanzen solltest du sowieso anbinden oder aufkleben. Andernfalls treiben sie davon und landen im Filter. Achte beim Ankleben auf einen für Aquarien geeigneten Kleber. Ebenso ist es ratsam, die Pflanzen nicht zu eng beieinander zu positionieren. Vergiss nicht: Die Pflanzen wachsen noch! Besonders für kleine, filigrane Sorten sind spezielle Aquascaping Tools empfehlenswert, um die Pflanzen nicht versehentlich zu beschädigen oder beim Einsetzen zu viel Substrat aufzuwirbeln.

Der krönende Abschluss: Fische und Garnelen für dein Aquascaping Becken

Sobald deine Landschaftsgestaltung abgeschlossen, das Becken eingefahren und du zufrieden bist, ist das Aquarium für Schnecken, Garnelen und Fische bereit.

Unser Tipp: Setze nur Tiere ein, die sich nicht an deinem Scape zu schaffen machen, also weder Pflanzen fressen oder diese ausreißen. Zu den beliebtesten Tieren im Aquascaping zählen ruhigere Arten und Algenfresser, wie beispielsweise Ohrgitter-Harnischwelse, Rotkopfsalmler, Amanogarnelen und auch Posthornschnecken.

Übrigens: Kleinere Fische vergrößern optisch das Becken. Setzte aber nicht allzu bunte Tiere ein. Bedenke immer, dass dein Aquascape ein natürlich wirkender Blickfang sein soll und kein bunter Zirkus. Wirbellose wie Zwerggarnelen sind ebenfalls gern gesehene Gäste bei Aquascapern und bekannt als hervorragende Algenfresser. Beliebt sind Neocaridina Arten (z.B. die Red-Fire Garnele), und auch die etwas anspruchsvolleren Bienengarnelen.

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